Simone Kick lädt mit ihrem Bauchtanz zum Schwärmen ein.
1/1 Simone Kick lädt mit ihrem Bauchtanz zum Schwärmen ein.
20.11.2019 08:42

Die verruchten 20er erleben

Kürzlich feierte die neueste Produktion des Tingel-Tangel Variétés im Walter Zoo Premiere. In diesem Jahr werden die Gäste in das Chicago der 20er Jahre entführt, wo sie Zeuge von korrupten Machenschaften werden.

Tingel-Tangel Variété Erneut hat sich das Restaurant im Walter Zoo verwandelt und ist kaum wiederzuerkennen. Ganz im Stil der 20er Jahre präsentiert sich bereits der Eingangsbereich, wo ein verrückter Professor gerade dabei ist, seinen Schnaps zu brennen, welchen er gerne den wartenden Gästen anbietet. Nach einem Apéro, der von Damen in der betörenden Mode der 20er Jahre gereicht wird, begeben sich die Gäste zum Restaurant. Bereits die Fassade lässt erahnen, dass hier heute nicht alles gut gehen wird. Ein Auto, in die Wand parkiert, zeugt von einer Flucht. Empfangen von sanften Klavierklängen begeben sich die Gäste an die passend gedeckten Tische - stets begleitet von den Damen in den glitzernden Kleidern, voll besetzt mit Pailleten. Die Kostüme zeugen von viel Liebe zum Detail - diese lässt sich in der gesamten Produktion wiederfinden. Auch die Kulinarik lässt in diesem Jahr, wie bereits in den Jahren zuvor, nichts zu wünschen übrig. Bereits die Vorspeise liest sich wie ein Vier-Gang-Menü: Jazziger Rindstatar umschmiegt von sinnlichem Frischkäse, abgerundet mit Kaffee und einem Schuss Whisky, Black Tiger Prawn glamourös stehend auf einem Avocado-Chilipüree, Little Ceasar Saladverschmolzen mit Parmesandressing und geschmückt mit einem Baconchip und Knoblauch-crôutons sowie Al Capones scharfe Deep dish mini Pizza. Beste Unterhaltung Bereits währenddem die Vorspeise serviert wird, sind die beiden Clowns von Compagnia Due unterwegs und bringen die Gäste zum Lachen. Ihre Frisuren sind auch in diesem Jahr zum Schiessen - wäre schade, wenn diese durch Hüte verdeckt würden. Die beiden zeigen sich an diesem Abend als dusseliges und leicht bestechliches Kommissarduo, das sich um die Machenschaften in «Al Capolivers», alias Oliver Buchmann, Bar kümmern müssen. Diese verwandelt sich kurzerhand vom Etablissement mit leichtbekleideten Damen und einer reich bestückten Bar in ein den Kommissaren vorzeigbares Lokal, als diese die Bar aufsuchen. Beinahe unvorstellbar, dass hier vor kurzem noch Simone Kick mit ihrem Bauchtanz verführt hat oder Gabi Federer mit ihrem dressierten Huhn Lola das Publikum begeistert hat. Doch nicht nur Tanz und Huhn begeistern, sondern auch die Geldjonglage der beiden Clowns, Paul Chens Actioneinlage auf dem Einrad, Fabios Geschick mit den Kegeln oder die Beweglichkeit auf den Stühlen und im Reifen von Danimisima. Azamat zeigt, dass der Tanz an der Stange auf keinen Fall den Frauen vorbehalten bleibt. Auch musikalisch bleiben keine Wünsche offen. Während des Essens begleiten sanfte Klänge von Al Capolivers Klavier die Gespräche der Gäste. Rahel Buchhold sorgt mit zwei Gesangseinlagen auf hohem Niveau für Gänsehaut. Das Team des Tingel-Tangel Variétés hat es erneut geschafft, das Publikum in eine andere Welt, sogar eine andere Zeit zu entführen. Auch das Vier-Gang-Dinner wurde perfekt auf die Geschichte angepasst. Die sinnliche, verruchte und leicht bedrohliche Atmosphäre, wie man sie von Geschichten aus den 1920er Jahren kennt, wird an einem Abend im Tingel-Tangel Variéte greifbar. Für die Vorstellungen bis zum 26. Januar sind noch Tickets unter www.walterzoo.ch oder 071 387 50 68 verfügbar. Von Ramona Koller