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13.11.2019 08:15

Hinter den Rauch geblickt

Kurt Geser ist ehemaliger Fussballer, Irene Hagmann war als Kind eher schüchtern und Peter Künzle sieht sich als Gemeinderat auf einem Schiff. Die neugewählten Gemeindevertreter stellten sich an der letzten Wandelbar den Fragen von Christoph Würth.

Wandelbar «Namen sind Schall und Rauch. Wir kennen eure Namen und wollen nun den Rauch etwas vertreiben, um euch besser zu sehen», eröffnete Christoph Würth von der Wandelbar die Diskussionsrunde. Die neuen Gemeinderäte Peter Künzle und Irene Hagmann sowie der Gemeindepräsident Kurt Geser waren seine Gesprächspartner. Der Einwohnerratssaal war gut gefüllt, das Publikum gespannt. Über Hobbies in der Kindheit, berufliche Werdegänge und über Charaktereigenschaften sprachen die neuen Gemeindevertreter. So erfuhr man, dass Kurt Geser einmal mit seiner Tochter mit den Velos von Herisau nach Venedig gefahren ist und jeden Montag seinen «Bubenstamm» besucht. Dafür nehme er sich auch als Gemeindepräsident gerne Zeit. Peter Künzle vergleicht sein Amt mit einem Schiff. «Ich sitze auf dem Ausguck und versuche zu erkennen, was kommt. Dabei verlasse ich mich darauf, dass meine Crew weiss, wie man das Schiff steuert und hoffe darauf, dass sie auch mir vertrauen.» Darauf angesprochen, was sich in Herisau ändern muss, hält Irene Hagmann eine Antwort bereit, die mit Applaus belohnt wird. «Wir müssen mehr an unser Dorf glauben. Wir haben einen tollen Lebensort mit guter Grundversorgung und einem intakten Vereinsleben.» Kurt Geser, auf die Finanzen angesprochen, erklärte seine Sicht der Dinge: «Tu Gutes und sprich darüber, heisst es. Gute Sachen dürfen etwas kosten. Klar dürfen wir nichts vergolden. Dennoch müssen wir investieren, um zu ernten. Beim Aufgaben- und Finanzplan, der im Januar kommt, wird das Volk staunen, was die Gemeindeverwaltung alles macht.» Fragen aus dem Publikum Das Publikum interessierte es, ob die Parteien, denen sie angehören oder eben nicht angehören, für die drei Auskunftgebenden eine Rolle spielten. «Nein, es geht ums Geschäft. Wir und auch die restlichen Gemeinderäte sind keine Parteisoldaten», stellt Geser klar. Künzle und Hagmann pflichten bei. Auch über die Biodiversität und die Grüngestaltung im Dorf wird diskutiert. Ein weiterer Publikumsgast brachte einen Vorschlag, wie man das Dorf zumindest zeitweise mehr beleben könnte. «Um die Baugrube, wo die neue Migros entsteht, könnte man doch ein paar Sitzgelegenheiten aufstellen und einen sichtdurchlässigen Zaun aufstellen. Baustellen interessieren schliesslich Jung und Alt», erklärte er und erntete einige Lacher und Schmunzeln vom Publikum. «Neue Ideen braucht es», fügte er an. Kurt Geser wies darauf hin, dass auch für solche Anliegen das Angebot «Im Gespräch mit dem Gemeindepräsidenten» vorhanden sei. «Steter Tropfen höhlt den Stein. Wenn wir unser Dorf auch mit vielen kleinen Dingen verbessern, erhalten wir ein gutes grosses Ganzes.» Bitte kommt mit solchen Ideen zu uns.» «Wir können natürlich nicht alles umsetzen, aber wir schaffen die möglichen Parameter, um so viel wie möglich zu erreichen», ergänzte Künzle. Für Corinna Vuilleumier und Timo Bischofberger war dies die erste Wandelbar und für Karin Jung und Ernst Forrer die letzte. Wann und wo die nächste Wandelbar stattfindet, wird wie immer auf der Webseite www.dorfbild-herisau.ch veröffentlicht. Von Ramona Koller