Sandrine Benz
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13.09.2019 06:20

Zweimal WM-Gold an einem Wochenende

Sandrine Benz holte sich an der Triathlon Weltmeisterschaft in Lausanne innerhalb von 24 Stunden zwei Goldmedaillen. Die 35-Jährige Sportlehrerin, die an der Oberstufe Gossau unterrichtet, zeigte sich selbst überrascht von ihrem Doppelsieg.

Triathlon Sandrine Benz kommt es manchmal immer noch vor wie in einem Traum. «Ich brauchte wirklich ein paar Tage, um das alles zu realisieren. Dass ich zwei Goldmedaillen gewonnen habe, ist ein Traum», erzählt die 35-jährige Triathletin. An der Weltmeisterschaft in Lausanne holte sie sich in der Disziplin Sprint sowie auf der olympischen Distanz den Weltmeistertitel. In beiden Disziplinen auf dem Siegertreppchen zu stehen, habe doch Seltenheitswert im Triathlon, erzählt die Sportlehrerin des Oberstufenzentrums Buechenwald in Gossau. Die Steinacherin hatte vor dem Wettkampf keine grossen Erwartungen. «Ich gehörte nicht zu den Favoritinnen des Rennens. Mein Trainer war da optimistischer als ich», sagt Sandrine Benz und lacht. Vor allem freut sie sich, dass ihre Eltern und Freunde sie für einmal «live in Action» erleben konnten. «So konnten sie mal sehen, was ich eigentlich so mache. Eine WM in der Heimat hat schon ihre Vorteile, da man mehr Unterstützung von den Fans an der Strecke bekommt», stellt sie fest. Dazu hatte Sandrine Benz die Möglichkeit, letzten Sommer auf der Velostrecke bei einem Testrennen zu starten. Diese war technisch anspruchsvoll. «Die vielen Höhenmeter machten das Ganze nicht einfacher. Da ich die Strecke bereits kannte, konnte ich mir meine Kräfte aber besser einteilen.» Diesen Sonntag sicherte sich Sandrine Benz in der Kurzdistanz bei einem Wettkampf der National League in Yverdon den nächsten Spitzenrang. «Das bedeutet, dass ich nun mit Athletinnen, die bereits im Weltcup teilnehmen, mithalten kann.» Bis Ende Oktober wird sie noch an drei Rennen im Europacup teilnehmen. «Ab 2020 starte ich im Weltcup. Dort wartet starke Konkurrenz auf mich.» Als nächstes grosses Ziel fokussiert sich Sandrine Benz auf die Weltmeisterschaft 2020 in Edmonton, Kanada. Für eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio nächstes Jahr sieht sie eher schwarz. «Das wird vermutlich zeitlich nicht reichen.»

Leben für den Sport

«Erfolgreich im Triathlon zu sein, heisst auch, auf vieles zu verzichten», weiss Sandrine Benz. Heute sei das Niveau so hoch, dass es nicht mehr reiche, in zwei Disziplinen sehr stark zu sein. «Früher konnte man zum Beispiel als guter Läufer und Velofahrer das Schwimmen noch ausgleichen. Heute ist das fast nicht mehr möglich. Man muss in allen drei Sportarten top sein.» Sie sieht die Sportart aber auch ein bisschen als Lifestyle einen sehr gesunden sogar. «Auch wenn man nicht an der Spitze mitlaufen will, kann der Triathlon auch für Hobby-Athleten viel Spass machen. Ohne dass man gleich sein ganzes Leben ändern muss.» Vor allem interessierten Kindern empfiehlt sie aber, in einem Schwimmclub oder Leichtathletikverein zu starten, um eine gute Basis für die Karriere als Triathlet zu legen. «Das Triathlon-Training ist für Kinder eher etwas eintönig und erfordert viel Selbstdisziplin.» Sie kam im Rahmen ihrer Sportlehrerausbildung zum Triathlon. Die Anfänge waren eher beschwerlich. «Ich war nicht wirklich gut und es ist mir auch schwergefallen. Aber es war eine sehr coole Erfahrung und ein tolles Erlebnis, das bei mir die Freude am Triathlon geweckt hat.»

Von Marc Ferber