Die erste Tichu-Team-Schweizermeisterschaft der Ostschweiz fand im Talhof statt.
1/5 Die erste Tichu-Team-Schweizermeisterschaft der Ostschweiz fand im Talhof statt.
Tichu Spielkarten
2/5 Tichu Spielkarten
Luca Kvasnicka und Samuel Kaufmann
3/5 Luca Kvasnicka und Samuel Kaufmann
Josua Surber und Urs Rusch
4/5 Josua Surber und Urs Rusch
Die erste Tichu-Team-Schweizermeisterschaft der Ostschweiz fand im Talhof statt.
5/5 Die erste Tichu-Team-Schweizermeisterschaft der Ostschweiz fand im Talhof statt.
12.11.2019 08:00

Die chinesische Version des Jassens

Zum ersten Mal fand die Tichu-Team-Schweizermeisterschaft in St.Gallen statt. Die letztjährigen Sieger holten das chinesische Kartenspiel, das sich durch eine Kombination von Jassen und Pokern auszeichnet, in die Ostschweiz. So traf sich Jung und Alt am Samstag im Talhof und spielte, bis die Karten glühten.

Spiel Was haben Drachen, Hunde, Könige und Bomben gemeinsam? Man konnte sie alle am Wochenende in grossen Mengen in St.Gallen antreffen. Denn sie sind Teil eines chinesischen Kartenspiels namens Tichu, dessen Schweizermeisterschaft am Samstag im Talhof in St.Gallen stattfand.

In China ist das Tichu ebenso verbreitet wie hierzulande das Jassen und die beiden Kartenspiele haben auch einiges gemeinsam. Paarweise spielt man über Kreuz miteinander und versucht, möglichst rasch seine Karten abzulegen. Dies kann man jedoch im Gegensatz zum Jassen nicht mit jeweils nur einer Karte pro Spielrunde tun, sondern auch mit aus dem Poker bekannten Serien wie beispielsweise einem Paar, einem Full House oder einer Strasse. Und als wäre dies noch nicht genug, kann mit sogenannten Bomben der ganze Spielverlauf mittendrin noch einmal komplett durcheinandergebracht werden.

Erste Austragung in St.Gallen

Tichu kombiniert also verschiedene bekannte Kartenspiele und trifft deshalb den Nerv von Jung und Alt. Seit fast 20 Jahren finden in der Schweiz öffentliche Turniere statt, jedoch zum ersten Mal fand die Tichu-Team-Schweizermeisterschaft in St.Gallen statt. Zu verdanken war dies den letztjährigen Gewinnern Urs Rusch und Josua Surber. Die beiden stammen aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden, wohnen jedoch seit einigen Jahren in St.Gallen. «Meistens findet die Team-Schweizermeisterschaft in Bern oder im schwyzerischen Altendorf statt. Wir wollten sie jedoch unbedingt einmal in die Ostschweiz bringen, so gingen wir auf die Organisatoren zu und konnten St.Gallen für die diesjährige Austragung festlegen», sagt Urs Rusch. Dank der Hilfe der befreundeten Vize-Schweizermeister stemmte man die Organisation und freute sich auf den Anlass im Talhof.

«Natürlich gingen wir noch motivierter an den Start, um den Sieg hier in unserem Zuhause zu verteidigen. Es wäre die erste Titelverteidigung überhaupt gewesen», so Rusch weiter. Leider reichte es für die beiden Ostschweizer letztendlich nur für einen Top-Ten-Platz. Der Sieg ging nach Bern an Samuel Kaufmann und Luca Kvasnicka. «Wir sind sehr stolz, konnten wir uns gegen über 80 Teams durchsetzen, und freuen uns über unseren ersten Schweizermeistertitel», so die Berner.

Familiäre Atmosphäre

Auch wenn der Wanderpokal hart umkämpft war, war die Stimmung im Talhof über die ganzen sechs Spielstunden zwar angespannt, aber dennoch ausgelassen. Die Teilnehmenden im Alter zwischen 15 und 70 Jahren kamen aus der ganzen Schweiz an die Meisterschaft und genossen besonders die familiäre Atmosphäre: «Ich nahm bereits an der Ostschweizermeisterschaft teil und mir gefiel, dass der Spass im Vordergrund steht. Ausserdem lernt man neue Leute aus der ganzen Schweiz kennen und das ist interessant», sagt Michael aus Luzern. Doch nicht nur die Freundschaften zu neuen Leuten machen den Reiz des Turniers aus, sondern auch der Zusammenhalt im eigenen Zweierteam: «Tichu hat wie das Jassen einen sozialen Aspekt, man muss zusammenarbeiten, um zu gewinnen», so der 26-Jährige weiter.

Im kommenden Jahr wird die Tichu-Team-Schweizermeisterschaft voraussichtlich wieder in Altendorf stattfinden. Sicherlich werden auch viele St.Gallerinnen und St.Galler nach Schwyz reisen, um nicht nur den Titel, aber auch die Drachen, Hunde, Könige und Bomben wieder in die Ostschweiz zurückzuholen.

Von Ladina Maissen