Kampagnenbild Appenzeller Käse
1/7 Kampagnenbild Appenzeller Käse
Vanessa Finzer, Leiterin Werbung und Kuliarik bei Coop
2/7 Vanessa Finzer, Leiterin Werbung und Kuliarik bei Coop
Désirée Strassmann, Leiterin Campaigning & Sponsoring bei Migros
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Christoph Holenstein, Direktor Sortenorganisation Appenzeller
4/7 Christoph Holenstein, Direktor Sortenorganisation Appenzeller
Pro Infirmis Migros
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Pro Infirmis Coop
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Pro Infirmis Appenzeller
7/7 Pro Infirmis Appenzeller
12.11.2019 10:00

Drei einzigartige Appenzeller Sennen

Wir kennen sie alle, die drei Appenzeller Sennen, die uns nie das Geheimrezept ihres Käses verraten werden. Sie gehören zu einer der Schweizer Werbungen mit sofortigem Wiedererkennungswert. Doch haben Sie schon einmal ein Model mit Behinderung in der Werbung gesehen? Hier setzt die aktuelle Werbekampagne der Pro Infirmis an.

Werbung Pro Infirmis setzt sich seit jeher stark für eine inklusive Gesellschaft und die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein. Dazu gehört laut Pro Infirmis ebenso, dass sie wie alle anderen Menschen auch in der Werbung sichtbar sind. Deshalb lancierte sie kürzlich die Kampagne «ungehindert behindert», wo sie zeigen, wie bekannte Werbungen der Schweiz mit Protagonistinnen und Protagonisten mit Behinderung aussehen.

Der Pro Infirmis geht es mit der Kampagne hauptsächlich um die Sensibilisierung der Gesellschaft, jedoch nicht nur die breite Öffentlichkeit, sondern auch jene, die Werbeaufträge vergeben, konzipieren, realisieren und finanzieren. Denn, wie Susanne Stahel, Leiterin Kommunikation und Mitglied der Geschäftsleitung bei Pro Infirmis sagt, seien es eben diese, die das Bild prägen, das in unserer Gesellschaft transportiert wird.

Die drei Sennen

Eines der wohl bekanntesten Werbesujet der Schweiz ist eines aus der Ostschweiz. Die drei Appenzeller Sennen, die niemals das Geheimrezepts des Appenzeller Käses verraten werden. Für Christoph Holenstein, Direktor Sortenorganisation Appenzeller, war die Teilnahme von Appenzeller an der Pro Infirmis Kampagne bedeutsam: «Uns ist wichtig, dass alle Menschen gleichermassen auch an den Freuden des gesellschaftlichen Lebens teilhaben können – mit oder ohne Behinderung», sagt er. Besonders die Akteure seien für Appenzeller eindrücklich gewesen, da sie trotz Behinderung voller Begeisterung zum Gesamtbild beigetragen haben.

Appenzeller liege vor allem eines in Bezug auf Menschen mit Behinderung am Herzen: «Personen die mit ihrem teilweise selbstlosen Einsatz Menschen mit einer Behinderung das Leben glücklicher und reichhaltiger gestalten, sollen die ihnen gebührende Wertschätzung im Alltag auch spüren können und ihre verdienten Erholungsphasen erhalten», so Holenstein.

Leute wach machen

Auch die Protagonistinnen und Protagonisten sind der Meinung, die Kampagne sei wertvoll. «Die Kampagne ist dazu da, die Leute wach zu machen. Und das finde ich eine gute Idee, damit die Leute verstehen, wie man mit uns umgehen soll», sagt Matthias, einer der Appenzeller Sennen in der Pro Infirmis Werbung. Zu ihm seien die Leute nicht mehr komisch, da er sehr offen sei und mit allen Leuten rede. Die Fotos der Kampagne gefallen ihm sehr, besonders habe es Spass gemacht, da er selbst Appenzeller sei. «Vielleicht haben sie mich auch deshalb ausgewählt», sagt Matthias weiter.

Nur positive Reaktionen

Bisher habe man bei Pro Infirmis nur positive Reaktionen auf die Kampagne erhalten. «Und davon sogar sehr viele, sei dies per E-Mail, Telefon, persönlich oder auf unseren Social-Media-Kanälen», sagt Benita Spengler, Medienverantwortliche bei Pro Infirmis. Die Botschaft, dass auch Menschen mit Behinderung in die Werbung gehören – im Sinne einer inklusiven Gesellschaft – sei von der Zielgruppe sehr gut aufgenommen. «Unsere Idee und die Umsetzung wurden gelobt, ebenso, dass wir den ersten Schritt gemacht haben und Menschen mit Behinderung in der Werbung sichtbar machen.» Auch die Unternehmen Coop, Migros, Galaxus, die Appenzeller und die Mobiliar, von denen Pro Infirmis die Werbesujets übernommen hat, hätten ausschliesslich positives Feedback erhalten. «Es war grossartig, wie unkompliziert die Zusammenarbeit mit den Unternehmen war.» Ausserdem stellt Spengler weitere Werbungen mit Menschen mit Behinderung in Aussicht: «Weitere Unternehmen haben uns bereits angefragt.»

Von Ladina Maissen