Stefan Telser, Oberarzt und Leiter Erwachsenenpsychiatrie Rorschach. lm
1/4 Stefan Telser, Oberarzt und Leiter Erwachsenenpsychiatrie Rorschach. lm
Schlafen
2/4 Schlafen
Schlafen
3/4 Schlafen
Stefan Telser, Oberarzt und Leiter Erwachsenenpsychiatrie Rorschach
4/4 Stefan Telser, Oberarzt und Leiter Erwachsenenpsychiatrie Rorschach
22.08.2019 08:55

Haben Sie gut geschlafen?

Wach in der Nacht, schläfrig am Tag. Wenn der Schlaf nicht zur gewünschten Zeit kommt, nicht erholsam ist oder Fehlleistungen im Wachen auftreten, erzeugt das oft Hilflosigkeit und Anspannung. Stefan Telser, Spezialist für Schlafmedizin der Psychiatrie St.Gallen Nord (PSGN) klärte in seinem öffentlichen Referat der PSGN darüber auf.

Schlaf «Ein Mensch mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung verbringt rund 30 Jahre seines Lebens im Bett», eröffnet Stefan Telser, Spezialist für Schlafmedizin der PSGN, sein öffentliches Referat rund ums Thema Schlafen. Das Vortragszimmer im Bahnhofsgebäude ist fast bis zum letzten Stuhl gefüllt und nach wenigen Minuten rasseln bereits die verschiedensten Fragen aus dem Publikum an den Spezialisten. Nicht sonderlich verwunderlich: «Das Thema Schlafen betrifft uns alle, jeden einzelnen Menschen. Deshalb hat auch jeder seine eigenen Erfahrungen damit», so Telser.

Schlafmangel zur Normalität geworden

Bald wird klar, dass wir in der heutigen Zeit zu wenig schlafen: «Wir verbringen viel weniger Zeit im Bett als dies unsere Biologie vermutlich will.» Früher sei dies noch anders gewesen, da man dort einfach dann geschlafen hat, wenn es dunkel war und dann aufgestanden ist, wenn es wieder hell wurde. «Das waren dann gute neun oder zehn Stunden, heute sind es meistens nur noch zwischen sechs und acht.»

Eigentlich holt sich unser Körper ohne unsere bewusste Kontrolle den nötigen Schlaf. Er sorgt für eine ausreichende Schlafdauer und das richtige Timing. «In der heutigen Zeit jedoch, schenken wir Schläfrigkeit zu unerwünschten Zeiten nur wenig Aufmerksamkeit. Auch nehmen wir Schlafmangel oder qualitativ schlechten Schlaf oft nicht als Ursache für Beschwerden im Beruf oder der Freizeit wahr», führt Telser aus. Es scheint, als wäre Schlafmangel und die daraus resultierenden Störungen längst zur Normalität im Alltag geworden. Man geht zu spät ins Bett und der Wecker klingelt zu früh wieder.

Die innere Uhr

Nicht selten hat Schlafmangel aber auch andere Gründe. Man liegt früh genug im Bett, wälzt sich jedoch ständig hin und her. Das Einschlafen will einfach nicht passieren und je mehr man sich darauf konzentriert, desto weniger geschieht es dann. «Wenn der der Schlaf nicht zur gewünschten Zeit kommt, hat dies oft mit der inneren Uhr zu tun», erklärt Telser. Diese ist langsamer als die Erdumdrehung. Doch es gibt Tipps und Tricks, die beim einschlafen helfen können, zu lesen in der Infobox.

Von Ladina Maissen