Peter Eisenhut von «ecopol»: «Rund die Hälfte der Industriebetriebe stellt eine Abschwächung der Nachfrage fest.»  we
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Peter Eisenhut von "ecopol": "Rund die Hälfte der Industriebetriebe stellt eine Abschwächung der Nachfrage fest."
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22.08.2019 06:30

Konjunkturabflachung auch in der Region

Die Hoffnungen der Industriebranchen liegen vorwiegend auf einem Wachstum der Auslandsnachfrage. Angesichts der jüngsten internationalen Entwicklungen könnte sich dieser Hoffnungsanker aber als Fata Morgana erweisen. Dies stellt Peter Eisenhut im neusten Konjunkturbericht seiner «ecopol» für die Region St.Gallen-Appenzell fest.   

Wirtschaftsentwicklung Die lahmende Weltwirtschaft und die Frankenstärke zeigen bisher allerdings noch wenig Spuren im Aussenhandel der Region St.Gallen-Appenzell. Die Exporte übertrafen im zweiten Quartal 2019 den Wert des Vorquartals. Dabei konzentriert sich das Plus vorwiegend auf die USA, während in unsere Nachbarländer Deutschland, Frankreich und Italien sowie nach China ein Minus zu Buche schlägt. Neben Chemie- und Pharmaprodukten konnten auch die Exporte von Präzisionsinstrumenten, von Nahrungs- und Genussmitteln und von Industriemaschinen zulegen.

Abschwächung der Nachfrage in der Industrie

Die Internationale Konjunkturentwicklung und die Risiken dämpfen nach Eisenhut das Wachstum in der regionalen Industrie. Rund die Hälfte der Industriebetriebe stellt eine Abschwächung der Nachfrage fest. Angesichts der jüngsten Unruhen an den Devisenmärkten, der Zuspitzung des Handelskrieges und der Verlangsamung der Weltwirtschaft ist kein baldiger Trendwechsel zum Aufschwung zu erwarten. 

Allerdings unterscheidet sich die Entwicklung zwischen den Industriebranchen deutlich. In der Maschinenindustrie ist die Mehrheit mit dem Geschäftsgang zufrieden, obwohl die erwartete Wende zum Besseren ausgeblieben ist. Die rückläufige Produktion führt tendenziell zu Überkapazitäten bei den maschinellen und personellen Beständen. In der Metallindustrie hat sich der Abwärtstrend bestätigt.

Während sich die Chemiebranche über eine gute Geschäftsentwicklung freut, harzt es in der Kunststoffindustrie vor allem bei der Nachfrage aus dem Ausland. Wenig erfreulich ist die Entwicklung in der Textil- sowie in der Druck- und Verlagsindustrie. In diesen Branchen kühlt sich das Konjunkturklima weiter ab und die Talfahrt dauert an.

Der Bauwirtschaft geht es noch hervorragend

Dagegen ist die Geschäftslage in der Bauwirtschaft nach wie vor hervorragend. Der Anteil von Umbau-, Ausbau- und Sanierungsprojekten am gesamten Investitionsvolumen war noch nie so hoch wie heute. Dem Höhenflug der Bauwirtschaft steht nur ein wirkliches Hemmnis im Weg: Die Verfügbarkeit von geeignetem Personal wird zum immer grösseren Engpassfaktor. Die aktuellen Entwicklungen auf dem Hypothekarmarkt sind für den Neubau zwar weiterhin förderlich, gleichzeitig aber werden die zunehmenden Leerbestände die Neubautätigkeit in Grenzen halten.

Allgemein ist in der Region St.Gallen-Appenzell die Umsatzentwicklung im Detailhandel etwas besser als gesamtschweizerisch, wie Eisenhut ermittelt hat. Keine Unterstützung kommt von der Konsumentenstimmung, fiel doch der entsprechende Index im Juli unter den langfristigen Durchschnitt.

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