Thomas Giger, Präsident Quartierverein St.Georgen
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Neu gilt auf der St.Georgen-Strasse Tempo 30. lm
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27.08.2019 07:00

Viel Neues, aber auch Altlasten in St.Georgen

Seit etwas mehr als 20 Wochen ist Thomas Giger neuer Präsident des Quartiervereins St.Georgen. Der Einstieg war kein leichter, umso motivierter geht er nun mit dem fast komplett neuen Vorstand ans Werk. Vor allem den Dorfcharakter des Quartiers möchte Giger wieder mehr hervorheben.

St.Georgen Einen neuen Präsidenten und gleich fünf neue Vorstandsmitglieder – Im April gab es an der Hauptversammlung des Quartiervereins St.Georgen viel Veränderung. Damit ging eine Ära zu Ende: Andi Rechberger legt nach 5 Jahren sein Präsidentenamt im Quartierverein nieder. Mit ihm geht der seit 1985 im Vorstand wirkende Martin Bösch. 14 Jahre präsidierte der ehemalige SP-Stadtparlamentarier den Quartierverein. Als neuen Präsidenten wählten die Mitglieder den 53-jährigen Thomas Giger. Dass der Wechsel nicht gerade einvernehmlich ablief, liess Bösch an der Versammlung durchaus durchblicken.

Erfahrung, aber auch Innovation

Kein einfacher Start für den neuen Quartiervereinspräsidenten also: «Es war ein schwieriger Einstieg. Ich musste mich zuerst in das Amt hineinfinden und den Vorstand aufbauen. Aber es ist toll, so wie es jetzt ist», sagt Giger.

Der Mix aus langjährigen und neu eingetretenen Vorstandsmitgliedern mache es aus: «So kann der Verein von Erfahrung aber auch Innovation profitieren.»

Natürlich habe es mit dem Abgang von Bösch einige Austritte im Verein gegeben. Dies sei aber durchaus nachvollziehbar: «Wir haben jetzt einen andersdenkenden Vorstand und das passte für manche Mitglieder einfach nicht mehr», so Giger. Allerdings habe es mehr Eintritte als Austritte seither gegeben, was den neuen Quartiervereinspräsidenten sehr freut.

Versuch soll konsequent durchgeführt werden

Mit der Amtsübernahme wurde Giger auch in einem anderen Ausmass mit einer der Hauptsorgen des Quartiers konfrontiert: Verkehr und Tempo 30 auf der St.Georgen-Strasse. Seit rund zwei Wochen gilt die Geschwindigkeitsreduktion auf der Hauptstrasse im Quartier. «Seither habe ich viele Rückmeldungen von den Bewohnerinnen und Bewohnern erhalten», so Giger. Viele seien besorgt, dass sich der Verkehr nun auf den Nebenstrassen erhöht. Eigentlich habe der Quartierverein vor der Umstellung Messungen durchführen wollen, um dann während der einjährigen Testphase von Tempo 30 festzustellen, ob sich der Verkehr auf den Nebenstrassen tatsächlich erhöht. «Wir haben dafür mehrmals das Gespräch mit der Stadt gesucht, doch leider kam nichts zustande. Umso mehr hoffen wir nun, dass an der morgigen Infoveranstaltung seitens der Stadt zu allen Fragen der Bewohnerinnen und Bewohner Stellung genommen wird», sagt Giger weiter.

Dem Quartiersverein sei in erster Linie wichtig, dass der einjährige Versuch mit Tempo 30 konsequent durchgeführt und korrekt ausgewertet wird. «Das bedeutet, es muss ebenfalls geklärt werden, was mit den Fussgängerstreifen an der Hauptstrasse passiert.» Einige wurden bereits aufgehoben, einige sollen stehen gelassen werden. Untypisch für eine 30er Zone, in der es normalerweise keine Fussgängerstreifen gibt und deshalb durchaus fraglich für den Quartiervereinspräsidenten.

Dorfcharakter verstärken

Einiges an Klärungsbedarf dürfte es morgen um 19 Uhr im Adler also noch geben. Auch wenn Giger die Tempo-30-Thematik durchaus ein wichtiges Anliegen ist, verfolgt er auch andere Ziele mit dem Quartierverein. «Ich möchte, dass St.Georgen wieder mehr Dorfcharakter erhält und sich nicht nur alles um Verkehr und Politik dreht. Wir wollen wieder vermehrt Quartieranlässe gestalten, Ausflüge organisieren und einen engen Kontakt mit den Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohner sowie mit den Vereinen und dem Gewerbe des Quartiers pflegen. Meiner Meinung nach ist ein Quartierverein genau dafür da», sagt Giger. Die Bewohnerinnen und Bewohner von St.Georgen sollen wieder ein verstärktes Quartierleben haben. So soll beispielsweise eine alte Tradition des Quartiervereins, das Adventsfenster, in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Familientreff durchgeführt werden und auch weitere Projekte seien in Arbeit.

Von Ladina Maissen