Eine derartige Neugestaltung um den Broderbrunnen wie auf dieser alten Ansichtskarte wünschen sich viele St.Gallerinnen und St.Galler. Es ist zu hoffen, dass hier die in Mode gekommene Ausräumung von Plätzen nicht auch auf dieses Areal übergreift, sondern eine Begrünung nach historischem Vorbild vorgenommen wird.
z,.V.g.
1/1 Eine derartige Neugestaltung um den Broderbrunnen wie auf dieser alten Ansichtskarte wünschen sich viele St.Gallerinnen und St.Galler. Es ist zu hoffen, dass hier die in Mode gekommene Ausräumung von Plätzen nicht auch auf dieses Areal übergreift, sondern eine Begrünung nach historischem Vorbild vorgenommen wird. z,.V.g.
12.11.2019 06:45

Warten auf die Neugestaltung des Broderbrunnen-Areals 

Der St.Galler Stadtrat beantragt dem Stadtparlament, das Postulat «Wasser freundlich behandeln - dem Broderbrunnen ein würdiger Platz» aus dem Jahre 2008 als erledigt abzuschreiben. Dabei liegt noch keine definitive Umgestaltungsplanung vor. Eine Neugestaltung soll mit der in die Wege geleiteten Gesamtplanung im Raum St.Leonhard-Strasse, Oberer Graben, Schibenertor in Aussicht genommen werden.

Gesamtplanung Die beiden damaligen Stadtparlamentarier Thomas Schwager (Grüne) und Christine Bölsterli-Wickert (CVP) verlangten eine freundliche Neugestaltung des Platzes um den Broderbrunnen. Eine attraktive Lösung wäre nach den beiden Postulanten symbolträchtig für einen ökologischen nachhaltigerem Umgang mit Wasser, diesem Grundstoff des Lebens. Besonderes Augenmerk sollte nach ihrer Auffassung der Grünfläche gewidmet werden, die in alten Ansichten zu sehen, aber heute völlig verschwunden ist.

Vorgeschichte ist ein Trauerspiel

Der Stadtrat erklärt nun in seinem Antrag, dass in neuerer Zeit Versuche einer grundlegenden Neugestaltung mehrheitlich gescheitert seien.  1998 hielt der Grosse Gemeinderat (heute Stadtparlament) eine Vorlage zur Neugestaltung als zu teuer und unnötig und wies sie an den Stadtrat zurück. Ein Projekt von 2013 (Hager, Koller Koster) schlug eine grosszügige, wasserdurchlässige Gestaltung des Brunnenvorplatzes inklusive Begrünung, Beleuchtung und Sitzgelegenheiten vor.

Doch der Stadtrat entschied, das Projekt zurückzustellen, um es dem in Planung begriffenen Projekt zur Aufwertung der St.Leonhard-Strasse terminlich und inhaltlich koordiniert auszuführen. Einbezogen in die Neugestaltung sollen neben der St.Leonhard-Strasse auch der Oberer Graben und der Bereich des Multertors werden. Zudem ist der Stadtrat der Meinung, dass eine Umgestaltung auch erst dann sinnvoll ist, wenn die verkehrliche Situation und damit die Platzverhältnisse um den Broderbrunnen geklärt sind. Eine definitive Umsetzung der vorhandenen Planungen ist zudem abhängig von der Gestaltung der neuen Kantons- und Stadtbibliothek am Schibenertor und damit von den Bedingungen für die Ausgestaltung des Oberen Grabens.

Ausführung fast gescheitert

Der Broderbrunnen ist das 1896 eingeweihte Werk des Toggenburger Bildhauers August Bösch. Es ist eine künstlerische Hommage an die Ingenieursgestaltung der ersten Bodenseewasserleitung. Ermöglicht wurde das Werk durch ein Legat des namengebenden Sarganser Kantonsrichters Hans Broder. Die Ausführung wäre beinahe gescheitert, da Bösch für Aufruhr sorgte, weil er eine  junge Frau aus dem Zürcher Milieu als Modell für eine Wasserfee engagierte. Sicher wird die Abschreibung des Postulats im Stadtparlament noch zu reden geben.  Die Neugestaltungsgeschichte gleicht einem Trauerspiel. Abgeschrieben werden solche Vorstösse in der Regel erst, wenn definitive Planungen vorliegen, die dem Inhalt des Postulats entsprechen. ⋌we