Meret Berger spielt die Alice. lm
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Meret Berger spielt die Alice. lm
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Die Schauspielerinnen und Schauspieler des Stücks "Alice im Wunderland"
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Die Schauspielerinnen und Schauspieler des Stücks "Alice im Wunderland"
4/5 Die Schauspielerinnen und Schauspieler des Stücks "Alice im Wunderland"
Carlotte Schellmoser.
5/5 Carlotte Schellmoser.
12.11.2019 08:15

Willkommen im Wunderland

Im Kinder-Musical-Theater Storchen in St.Gallen feierte man am Wochenende Premiere von «Alice im Wunderland». Mit dem Musical wird das Publikum auf eine und verrückte Reise voller Überraschungen mitgenommen.

Theater Alice ist gelangweilt von ihrem alltäglichen Leben. Im Gegensatz zu ihrer Schwester findet das junge Mädchen Bücher ohne Bilder unspektakulär, viel lieber folgt sie einem vermeintlich sprechenden Kaninchen bis in seinen Bau. Dort fällt sie weit hinunter bis sie schliesslich an einem Ort mit vielen wundersamen Wesen landet – es beginnt eine ganz spezielle Reise für Alice, eine Reise, die vieles, aber ganz sicher nicht langweilig ist.

In eine andere Welt abtauchen

Die 13-jährige Meret Berger, die das junge Mädchen im Wunderland spielt, freute sich ganz besonders auf diese Eigenproduktion des Kinder-Musical-Theater Storchen. «Ich habe Zuhause ein grosses Bilderbuch von der Geschichte und das gefiel mir schon immer ganz besonders», erzählt sie. Obwohl die Schülerin bereits eine gewisse Schauspielerfahrung mitbringt, war die Hauptrolle in diesem Musical herausfordernd. «Es ist wieder ganz etwas anderes als beispielsweise beim Musical CATS, das wir im Frühling dieses Jahres aufführten. Die Geschichte von Alice ist verwirrend und wirklich schräg. Ich brauchte eine Weile, bis ich sie verstand, obwohl ich mir bis heute nicht sicher bin, ob ich alles verstanden habe», sagt die 13-Jährige lachend.

Nerv der Kinder getroffen

Nicht nur die Geschichte von Alice im Wunderland, sondern auch deren Lieder haben ein gewisses Mass an Verrücktheit. Mit einer Interpretation aus 80er Jahre Techno und Disco schuf Rico Bühler, der die Eigenproduktion für das Kinder-Musical-Theater Storchen geschrieben hat, aus etwas Schrägem noch etwas Schrägeres, wie er selbst sagt. Und genau das trifft den Nerv der insgesamt 15 jungen Schauspielerinnen und Schauspieler: «Man kann durch das Stück in eine ganz andere Welt abtauchen, ganz anders als im Alltag. Das macht grossen Spass», sagt die 12-jährige Carlotte Schellmoser, die das Kaninchen im Stück spielt.

Schauspiel, Gesang und Tanz

Nebst Schauspiel und Gesang gehört auch das Tanzen zu Musical-Darstellern dazu. Dies ist auch im Kinder-Musical-Theater Storchen nicht anders. Und so verblüffen die jungen Schülerinnen und Schüler das Publikum während der Aufführung auf einmal zusätzlich durch einen Stepptanz oder einen Tanz mit dem Hula-Hoop-Reifen. Eine besondere Herausforderung: «Man muss jedoch einfach beispielweise das Lied komplett intus haben, sodass man sich auf den Tanz besonders konzentrieren kann», sagt Gian-Andrin Fitzgerald. Der 13-Jährige spielt den verrückten Hutmacher, eine Rolle, die ihm komplett zu liegen scheint: «Ein wenig durchdrehen, das ist es, was mir liegt», sagt er lachend.

Zuviel wird es den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern zwischen 9 und 15 Jahren trotz der vielen Herausforderungen des Stücks nicht. «Es ist einfach unser Hobby. Wenn wir zusammen im Theater sind, haben wir viel Spass gemeinsam. Das ist ein toller Ausgleich zur Schule.» Dafür sorgt auch Regisseurin Bettina Kaegi. «Wichtig ist, dass jedes Kind in seiner Rolle auch eine spezielle Weise hervorkommt. So können sie in ihrer Rolle voll aufgehen», sagt sie.

Wie die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler in ihrer Rolle aufgehen, spürt man im Publikum in jeder Szene. Selbst dann, wenn die Szene für Verwirrung sorgt. «Es ist nicht wichtig, immer alles genaustens zu verstehen. Jeder kann aus dem Stück das herausnehmen, was ihm gefällt. Durch gewisse Rollen, wie beispielsweise jene des Kaninchens, hat man immer wieder Anhaltspunkte. Das macht das Musical zu einem speziellen Erlebnis für sowohl die ganz Kleinen als auch für die Erwachsenen», so Kaegi.

Von Ladina Maissen